Bericht
der Thüringer Allgemeinen vom 18.09.2002
Im
Leerlauf -
reich werden
Was
lernt man bei der Ökofahrschule -
TA fuhr bei der Fahrschule Neuschwander mit
Nicht
nur aus umwelttechnischen Gründen, vielmehr aus einer finanziellen Motivation
heraus wird es in der heutigen Zeit immer notwendiger, ökolo- gischer Auto zu
fahren, das heißt sparsamer mit Treibstoff umzugehen. Seit einigen Jahren kann
man beobachten, wie die Spritpreise kontinuierlich steigen.
Von Katja, HOFFMANN
Bezugnehmend
auf diese Entwicklungen haben der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Deutsche
Verkehrswacht und verschiedene Automobilclubs bereits vor einiger Zeit ent-
sprechende Konzepte entwickelt, mit denen sich der Spritverbrauch um bis zu 25
Prozent reduzieren lässt. Damit diese Konzepte auch zur Umsetzung gelangen,
wurden bundesweit 14000 Fahrschulen zu einem radikalen Kurswechsel in der
Fahrschulausbildung aufgeru- fen. Außerdem wurde mit der Ausbildung von so
genannten Ökofahrlehrern begonnen, welche in besonderen Öko-Kursen das
sparsame Fahren trainieren. In Ilmenau wird die- ses Ökofahrtraining von der
Fahrschule Neuschwander angeboten.
Nun
ist die Idee des umweltfreundlichen Autofahrens nicht die neueste Entdeckung.
Schon seit einigen Jahren wird man immer wieder angeregt, über den
Spritverbrauch des eigenen Wagens nachzudenken und vielleicht hat auch der eine
oder andere schon mal die allgemein bekannten Tipps, wie zum Beispiel das zügige
Hochschalten oder das Abstellen des Motors bei längeren Wartezeiten
ausprobiert. In den Ökofahrkursen kann man nun aber unter Anleitung am eigenen
Auto (sofern dieses über einen Bordcomputer mit Ver- brauchsanzeige verfügt)
erfahren, was möglich ist.
Die
Kurse bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die
Teilnehmer sollen erst einmal ihre bisherige Fahrweise reflektieren und dann
sichere, wirtschaftliche und umweltschonende Verhaltenstechniken erlernen und
die neu gewonnenen Erkennt- nisse sogleich anwenden. Praktisch sieht das so
aus, dass eine festgelegte Strecke zuerst im gewohnten Fahrstil gefahren wird.
Beim zweiten Mal gibt der Fahrlehrer Anweisungen. Auf diese Weise wird ein
direkter Vergleich möglich und durch das praktische Auspro- bieren weiß man
genau, wie die neue Fahrtechnik am besten anzuwenden ist. Ziel des Kurses ist
jedoch nicht allein die Sparsamkeit beim Fahren, auch der Sicherheit Wird eine
hohe Bedeutung beigemessen. Nach Abschluss des Kurses sollen die Teilnehmer
gelas- sener mit dem Verkehrsalltag umgehen, weniger Energie verbrauchen,
weniger Schad- stoffe produzieren, kritische Situationen durch intelligentes
Fahren ausgleichen und sich allgemein sicher im Straßenverkehr bewegen.
All
diese Ziele lassen sich jedoch nicht von heute auf morgen realisieren, denn es
erfor- dert eine, Gewöhnung an die neue Fahrweise sowie eine veränderte
Einstellung im Kopf, was die Gelassenheit angeht. Dann jedoch lässt sich nicht
nur sparsamer, sondern auch stressfreier fahren. Wichtig ist hierbei zum
Beispiel, dass man genügend Abstand zum Vordermann hält. Auf diese Weise ist
die Abhängigkeit von dessen Verhaltensweise ge- ringer, man fährt gleichmäßig
und vorausschauend. Zum vorausschauenden, Fahren ge- hört auch, dass man beim
Anblick von Ortseingang oder Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie bei roten
Ampeln rechtzeitig den Fuß vom Gas nimmt und bei Gegebenheit aus- kuppelt.
Wenn
Wartezeiten vorauszusehen sind, wie bei gerade rot gewordenen Ampeln oder bei
Bahnübergängen, empfiehlt es sich in jedem Fall, den Motor auszuschalten. Bei
modernen Motoren ist man bei Abschaltzeiten unter zehn Sekunden im grünen
Bereich, und selbst bei älteren Fahrzeugen ergeben sich positive Auswirkungen
hinsichtlich Spritverbrauch und Schadstoffausstoß ab einem Motor-Stopp von 20
Sekunden. Des weiteren ist auch der alt- bekannte Trick mit frühzeitigem
Hochschalten sehr effektiv, da bei einer niedrigen Dreh- zahl der Verbrauch
geringer ausfällt. Es wird empfohlen, ab 25km/h bereits im dritten Gang zu
fahren und ab 50 km/h den fünften zu nehmen - jedoch ohne dass der Motor ruk-
kelt. Vor allem diese Sparmaßnahme ist aber individuell vom jeweiligen
Fahrzeug ab- hängig.
Was
jeder beherzigen kann ist jedoch der Ratschlag, regelmäßig den Kofferraum zu
"entrümpeln" und ungenutzte Dachgepäckträger zu entfernen.
Außerdem
ist es sinnvoll, auf den richtigen Reifendruck zu achten. Laut Automobilclub fährt,
man am besten ständig mit dem Luftdruck, den der Hersteller für volle
Beladung und hohe Geschwindigkeiten empfiehlt.
So
gibt es eine Reihe von Maßnahmen, mit denen man nicht nur preisgünstiger,
sondern durch die Verminderung des C02-Ausstoßes auch umweltfreundlicher fährt.
Die beste und gleichzeitig klassische Empfehlung bleibt diesbezüglich
allerdings, vor allem bei kurzen Strecken, einfach öfter mal das Auto einfach
stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren.
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